Immer wieder Probleme mit Oma und Opa

Ich sehe es so oft, bei anderen und auch bei uns: Wenn man das Glück hat, mit dem Partner auf einer Wellenlänge zu sein in Sachen Kindererziehung und Ernährung dann schießen die Großeltern der Kind er quer. Dann überlegt man, wie man die Großeltern erziehen könnte, wie man Ratschläge am besten formuliert damit sie angenommen werden und denkt zeitweise sogar darüber nach, den Kontakt abzubrechen.

Das Thema hab ich schon so oft gesehen, bei uns und bei anderen, und noch immer habe ich keine Lösung dafür. Ich spüre, dass ich soweit bin, mich damit zu beschäftigen. Vielleicht finde ich keine Lösung, vielleicht aber einen Anfang. Anfangen ist ja schon ein großer Schritt.

Mein Herzensjunge hilft mir gerade dabei. Er stellt sich so quer gegen alles, was ich sage und will. Er soll sich anziehen? Er mault weil ich ihm nicht helfe, wohl aber seiner halb 2 Jahre alten Schwester. Er soll seinen Smoothie trinken? Er probiert und lächelt weil es ihm schmeckt, er bemerkt meinen Blick, ballt das Gesicht zur Faust und mault, der wäre ihm zu saftig. So geht das mit jeder Kleinigkeit.

Ich muss lächeln, weil ich beim Schreiben etwas gesehen habe, was mir bisher nicht aufgefallen ist: Mein Herzensjunge macht im Grunde das gleiche, wie ich. Er mag nicht bestimmt werden, er will selbst bestimmen. Dazu kommt: Er hat eine Idee, wie es laufen soll, will anderen sagen, was sie tun sollen und ärgert sich, dass diese es nicht so machen.

Im Grunde will ich ja auch einen selbstbestimmten Herzensjungen. Wenn ich mir vorstelle, wie er sein sollte, wenn er mal groß ist, ist er selbstbewusst, hinterfragt und hat ein großes Herz. Aber Kinder bekommen nicht erst ihre Persönlichkeit, wenn sie groß sind. Sie sind jetzt schon Personen.

Wie ist es jetzt fürs Kind bei den Großeltern?

Unser Herzensjunge darf ziemlich viel bestimmen und Oma und Opa machen was er sagt. Wenn er sich doof anstellt beim anziehen, dann helfen sie ihm ohne auch nur eine Frage oder Bedingung zu stellen. Ich als Mutter spüre, wie sich mein Kiefer anspannt. Ich möchte, dass er mit seinen 4 Jahren zumindest fragt, ob ich ihm helfe. Und dann helfe ich immer. Ich möchte ja, dass er mir auch hilft wenn ich danach frage.

Beim Essen wird das Kind verwöhnt, Großeltern sind schließlich zum Verwöhnen da. Morgens gibt es Milchbrötchen, mittags gibt es gekochtes Mittagessen mit Gemüse und Fleisch (das ist ja gesund), am Nachmittag ein Eis und zum Abendessen wird so traditionell Brot mit Käse gegessen, dass es Abendkäsebrot heißen könnte.

Was macht das beim Kind?

Das Schlaraffenland und Paradies auf Erden ist gefunden. Wäre es doch nur bei Mama und Papa auch immer so schön und einfach! Doch diese Träume zerplatzen schnell und seine Enttäuschung macht sich mindestens durch Gemaule Luft.

Und die Eltern?

Eltern wissen, dass der einfache weg oft die schwierigsten Konsequenzen nach sich zieht. Sie dürfen das Verwöhn-Programm wieder ausbügeln, was teilweise Verziehen statt Verwöhnen bedeutet. Eltern haben dann die unschöne Aufgabe, zu erklären, warum es zu Hause anders geht, müssen mit Widerstand klar kommen und schieben eine Menge Frust, denn man hat ja auch sonst keine Probleme. Die Zeit, die man gewonnen hat, weil man die Kinder abgeben konnte, wird nachträglich bezahlt mit schlechter Stimmung zu Hause.

Ist es wirklich so schlimm?

Wenn keiner von seinem Standpunkt abrückt, ist es schlimm und gibt immer wieder Potential für Konflikte und Streit oder Frust auf allen Seiten.

Das Gute daran: Da wo Schmerz ist, ist das größte Entwicklungspotential. Ich meine die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Was gibt es für Möglichkeiten?

  1. Weiter den Schmerz und die schlechte Stimmung ertragen.
  2. Transformieren und weiter werden. Gelassener werden. Neue Gedanken zulassen als bisher. Das Gute sehen.
  3. Die Großeltern ändern.

Was ist gut?

  • Die Auszeit. Und diese Zeit darf man ohne Reue für sich selbst genießen. Das darf der Cappuccino mit der Freundin sein, muss aber nicht. Mir tut es auch gut, zu lernen also nutze ich die Zeit für etwas Neues ganz in Ruhe. Was ist dein Gut-Tu-Programm?
  • Das beruhigende Gefühl: Wenn ich mal nicht kann oder möchte – mein Kind ist versorgt.
  • Als Kind schon viele Kulturen kennen lernen zu dürfen, ist eine Bereicherung, das sollte nie im Leben aufhören. Man versteht halt nicht alles und man mag auch nicht alles, aber die Fülle sehen zu dürfen ist toll. Die Großeltern sind ja vermutlich keine Sektenmitglieder, im Kinderporno-Geschäft Junkies oder Aasfresser, sondern auch noch irgendwie „normal“. Vielleicht Allesesser oder Rohköstler, vielleicht Hippies, Punks oder streng katholisch, mit Humor oder ohne. Sie werden ihre Enkelkinder lieben und ihnen das Beste wünschen. Aber sie werden es vielleicht genießen, dass die Strapazen des Eltern-Seins hinter ihnen liegen und sie nicht mehr so streng sein müssen.
    Es ist definitiv leichter wenn alles nur auf eine Weise gemacht wird und niemand hinterfragt. Als Eltern steht man eh so oft am Rande der Überlastung, da wünscht man es sich manchmal eben einfach und leicht. Aber auf Dauer ist das unspektakulär, öde und langweilig.
  • Kinder spüren: Die Welt ist ein guter Ort. Da gibt es viele Menschen, die mich lieben. Das Leben macht Spaß.

Das alles formt unser Unterbewusstsein und das unserer Kinder.

Was ist das Wichtigste, was Kinder lernen müssen?

  • Toleranz: Die Welt und das Leben sind vielfältig und das ist gut so.
  • Das Leben ist schön!
  • Ich werde geliebt.

Und im Leben ist ein positives Unterbewusstsein zu 90 % entscheidend für Glück und Erfolg. Oder anders: Ein negatives Unterbewusstsein ist zu 90 % entscheidend für Unglück und Misserfolg.

Gibt es noch ein No-Go oder ist jetzt bei allem Toleranz gefragt?

Wenn die Großeltern Unverträglichkeiten oder Allergien ignorieren z. B. dann geht es nicht anders als dass sie lernen, was funktioniert und was nicht. Eltern und vor allem Kinder müssen nicht alles „ausbaden“ was andere vielleicht sogar gedankenlos (und demnach unbewusst!) tun.

Der perfekte Weg?

Perfekt wäre, wenn beide Seiten ein bisschen aufeinander zugehen würden. Wer keine Nachteile spürt, hat natürlich wenig Grund, sich zu bewegen. Aber jeder kann vom anderen etwas lernen. Allein das gegenseitige Verständnis und die Situation aus der anderen Perspektive zu sehen wäre sehr viel wert.

Ein paar Kommunikations-Mittel trainieren und miteinander reden bringt viel ins Rollen. Vielleicht wird es erstmal unharmonisch oder sogar belastend weil ja alter Staub aufgewirbelt wird, aber ich glaube daran, dass Ehrlichkeit und Offenheit sich immer lohnen.

Lese diese Tipps für gute Kommunikation:

Was hilft in ganz verfahrenen Situationen?

Ein Experte, ein Coach. Es gibt auch für Familienprobleme Anlaufstellen in deiner Region.

Abschluss aus der Glücksforschung:

Wann immer wir einen Glaubenssatz überwinden oder etwas Neues entdecken, empfinden wir Glück.

Ich wünsche dir viele glückliche Momente und freue mich auf dein Feedback als Kommentar oder E-Mail!

Moe

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